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Technik und Übersetzung im Zeitalter der KI

KI und Maschinenübersetzung
Warum
sollten Texte von Menschen übersetzt werden, wo es doch
Künstliche Intelligenz (KI) und Maschinenübersetzungen (MÜ)
gibt?
Ist das angesichts kostenloser Übersetzungen und der sofortigen
Bereitstellung eines Textes in einer gängigen Fremdsprache durch
KI und MÜ überhaupt noch sinnvoll?
Die Sprachtechnologie macht unbestritten rasante Fortschritte.
Daher könnte man meinen, dass das Übersetzen durch Menschen zu
den aussterbenden Berufen gehört.
Tatsächlich aber hat die professionelle Übersetzung nach wie vor
ihre Daseinsberechtigung, denn der Mensch sollte jederzeit die
Kontrolle über seine Kommunikation behalten.
Für Sprachenprofis sind die derzeitigen KI- und MÜ-Systeme
deshalb Werkzeuge, die sie je nach Kundenerwartungen und
Auftragsbedingungen einsetzen oder auch nicht.
Auch wenn Chatbots für jedermann zugänglich sind und quasi in
Sekundenschnelle Übersetzungen liefern, so müssen diese
Ergebnisse doch stets aufmerksam Korrektur gelesen, an den Stil
und die Terminologie des Auftraggebers angepasst werden und den
letzten Feinschliff bekommen. Genau das können aber
professionelle Übersetzer*innen und Korrektor*innen am besten.
Der Mensch muss stets im Zentrum des Verfahrens stehen, denn nur
er kann eine zielführende Kommunikation mit anderen Menschen
gewährleisten.

Können
MÜ und KI trotzdem den professionellen Sprachdienstleister
ersetzen?
Eigentlich nicht.
Denn:
- Die Abfrage von KI-Chatbots erfordert Zeit, die Sie sonst
für andere Aufgaben in Ihrem Kerngeschäft nutzen könnten.
- Die von Übersetzungstools erstellten Texte sind
Rohfassungen, die auf den ersten Blick vielleicht flüssig
wirken. Sie können jedoch Fehler enthalten, die Ihre
Geschäftstätigkeit gefährden oder Ihre gesamte
Öffentlichkeitsarbeit zunichte machen können.
- Wie jede andere Kommunikation Ihres Unternehmens bedürfen
auch Maschinenübersetzungen einer gründlichen Überprüfung.
- Übersetzer*innen werden in Übersetzung, Korrekturlesen und
Revision von Texten ausgebildet, das ist ihr Beruf. Die Zeit,
die sie als Profis darin investieren, können Sie stattdessen
mit Tätigkeiten in Ihrem eigenen Fachgebiet verbringen.

Sollte
man deshalb auf die Annehmlichkeiten von KI und MÜ verzichten?
Mitnichten!
Maschinenübersetzung und Künstliche Intelligenz können als das
eingesetzt werden, was sie sind: Werkzeuge im Dienste der
Menschen.
In den letzten Jahrhunderten haben technische Revolutionen
einander abgelöst und den einen oder die andere gezwungen, sich
anzupassen.
Dabei sollte man aber niemals das eigentliche Ziel aus den Augen
verlieren.
Richten sich die zu übersetzenden Texte an menschliche Leser?
Dann muss nämlich sichergestellt werden, dass die Übersetzung
nicht nur schön aussieht, sondern fehlerfrei, gut zu lesen und
originalgetreu ist. Für diese Aufgaben ist der
Übersetzer/Revisor die Idealbesetzung. Er ist DER Profi, der
dafür sorgen wird, dass Ihre Kommunikation dem Image Ihres
Unternehmens entspricht.
Wenn Sie ihm diese Arbeit anvertrauen, können Sie sich voll und
ganz auf Ihre eigentliche Tätigkeit konzentrieren.

Sind
kostenlose Lösungen tatsächlich die besten?
So praktisch und verführerisch sie auch daherkommen, so stoßen
diese Lösungen doch an ihre Grenzen.
Häufig entsprechen sie nicht den Kriterien, die Personen oder
Unternehmen an ihre Informationen anlegen, insbesondere dann,
wenn es um Vertraulichkeit und Datenschutz geht.
Die kostenlosen KI-Tools und Maschinenübersetzungen werden
nämlich mit den Daten gefüttert, die die eigentliche Entlohnung
für ihre Entwickler, Herausgeber und Investoren darstellen, sei
es durch Werbung oder durch direkte Verwertung der eingegebenen
Texte. Diese Informationen können dann natürlich nicht mehr als
vertraulich oder privat betrachtet werden.
Der Spruch „Wenn es kostenlos ist, sind Sie das Produkt“ ist
zwar bekannt, sein Sinn bleibt jedoch vage - und seine
Auswirkungen noch viel mehr. Sie, das sind Ihre Daten, Ihre
Persönlichkeit, Ihre ganz individuellen Merkmale, die Sie
behalten und vertraulich behandelt wissen möchten. Und wenn Sie
das Produkt sind, dann ist es eben doch nicht kostenlos.
Zum Glück können KI-Werkzeuge und Maschinenübersetzungen Ihre
Daten auch schützen, aber nur im Rahmen eines kostenpflichtigen
Angebots. Dann bleiben die verarbeiteten Daten vertraulich. Der
professionelle Übersetzer/Revisor wird sich für diese Lösung
entscheiden.

Muss
man deshalb ganz auf die kostenlose Lösung verzichten?
Mitnichten!
Seit Anbeginn des Internets ist kostenloses Teilen ein Kernpunkt
der Philosophie zahlreicher Internetnutzer. Die Begeisterung
fürs Teilen und fürs kostenlose Bereitstellen der Früchte
eigener Arbeit war der Ursprung für eine Vielzahl von
Internetauftritten, Veröffentlichungen und Softwarelösungen, die
kostenlos oder zu geringen Preisen als Shareware angeboten
werden. Kostenlose Software stellt häufig den Beweis für
Fachwissen dar, sie ist ein Mittel für die Entwickler, sich
bekannt zu machen und ihre Dienstleistung zu bewerben.
Heutzutage bedient sich ein professioneller Übersetzer/Revisor
ständig dieser Werkzeuge, aber er achtet peinlich darauf, dass
sie die verarbeiteten Daten auch schützen.
Bei KI- und MÜ-Tools liegt der Fall jedoch anders: Es wird
vorausgesetzt, dass die eingegebenen Daten verwerten werden – es
sei denn, man hat ein kostenpflichtiges Modell vertraglich
vereinbart.
Die Philosophie des kostenlosen Teilens ist also nicht
verschwunden, aber es ist ratsam, hinsichtlich der Prozesse, die
hinter der Fassade (der Schnittstelle) der Software oder des
Tools ablaufen, stets wachsam zu bleiben.

Bildnachweis: FOCA Stock
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